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„Ich möchte das Anliegen persönlich unterstützen…

1. Da ich es für falsch halte, dass unsere Kinder in der Schule zwei mal pro Woche nach den Glaubensvorstellungen der Eltern in unterschiedliche Klassen aufgeteilt und unterrichtet werden. Den Kindern wird vermittelt: Ihr seid nicht gleich. Und das ist das völlig falsche Signal und schadet der Klassengemeinschaft.

2. Es erschüttert mich, welche grausamen Geschichten den Kindern schon in der ersten Klasse Volksschule im katholischen Religionsunterricht erzählt werden. Mehrfach hatte unsere Tochter abends Angst beim Einschlafen, da im Religionsunterricht Geschichten von enthaupteten Märtyrern erzählt wurden.Es ist einfach überflüssig, 6- bis 7-jährigen Kindern mit solchen Geschichten Angst zu machen. Statt dessen sollten ethische Werte vermittelt werden.

3. Auch wenn die Möglichkeit besteht, das eigene Kind vom Religionsunterricht abzumelden, besteht doch ein gewisser gesellschaftlicher Druck, das Kind im Religionsunterricht zu lassen. Zumindest hier in Tirol besteht die Gefahr, dass das Kind zum Außenseiter werden könnte, wenn man es aus dem Religionsunterricht raus nimmt. In unserem Fall wurde uns von der Schulleitung empfohlen, das Kind im Religionsunterricht zu lassen. Da der Religionsunterricht nicht an Randstunden stattfinden, gibt es faktisch kein Entkommen, da es keine eigene Betreuung für Kinder gibt, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen.

4. Auch die Tatsache, dass Religionslehrer nicht von den Kirchen, sondern mit Steuergeldern finanziert werden, finde ich nicht in Ordnung. Da haben die Kirchen schon das Privileg, jede Woche zwei Stunden auf die Kinder „einzuwirken“, und dann sollen dies aber auch noch von Steuergeldern finanziert werden? Das finde ich sehr einseitig.

All diese Probleme würden wegfallen, wenn es einen gemeinsamen Ethikunterricht gäbe, der von alle Kinder verpflichtend besucht werden muss.“

Florian F. Hall in Tirol 31. Mai 2017